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Gebühren für Müllabfuhr neu - System soll Anreiz zur Wertstoff-Trennung schaffen

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Die neue Gebührensatzung für die Müllabfuhr wird in vielen Kommunen diskutiert.

Diese Nachricht ist aus dem Archiv und eventuell nicht mehr aktuell!

Nachricht vom 28.01.2011

Seit Anfang des Jahres haben die Mitgliedsgemeinden des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) eine neue Gebührenordnung bei der Müllabfuhr.

Mit großer Mehrheit wurde in der EVS-Verbandsversammlung beschlossen, den Müll zu wiegen oder die Häufigkeit der Leerungen zu zählen. Der Homburger Stadtrat hat sich für das Zählsystem entschieden.

Einerseits muss der EVS mit den eingenommenen Gebühren kostendeckend wirtschaften, andererseits sollen mit dem neuen Gebührensystem Anreize geschaffen werden, die Müllmenge in der Grauen Tonne zu reduzieren. Noch landen zu viele Wertstoffe in der Restmülltonne. Derzeit beträgt die Quote rund 65 Gewichts-Prozent. Ziel ist es, die verwertbaren Stoffe (Organik, Papier, Glas, Verpackungen) getrennt zu entsorgen und wieder zu verwerten. Mittelfristig will der EVS mit dem neuen System sparen, denn wenn Wertstoffe nicht mehr über die Graue Tonne entsorgt werden, reicht auf Dauer statt der derzeit zwei genutzten Abfallverbrennungsanlagen nur noch die EVS-eigene, kostengünstige Abfallentsorgungsanlage in Velsen.

Für viele Einwohner bedeutet das neue System, die Zahl der Leerungen reduzieren zu müssen, um die Kosten für die Müllabfuhr konstant zu halten. Bei einer 120-l-Restmülltonne verursachen 19 Leerungen etwa die gleichen Kosten wie bisher 26 Leerungen. Jede weitere Leerung kostet knapp sieben Euro. Bei 18 und weniger Leerungen wird es günstiger.

Benachteiligt sehen sich die Einwohner, die davon überzeugt sind, durch Mülltrennung bereits ihr Möglichstes zur Müllvermeidung zu leisten und z. B. aufgrund von Einwegwindeln keine Chance auf eine kleinere Zahl von Leerungen sehen. Dies führt dazu, dass Einwohner, die aufgrund ihrer persönlichen Situation eine besondere Belastung in dem neuen System sehen, bei der Stadt um Hilfe nachfragen, z. B. in Form eines kostenlosen Windelsacks. Die Stadt Homburg wird aber keinen Windelsack einführen. In Kirkel, wo es einen solchen Sack gab, ist dieses Angebot Ende 2009 wieder eingestellt worden. In Homburg gibt es für Eltern von Neugeborenen ein Babybegrüßungsprogramm. Alle Eltern erhalten mit der Geburt eines Kindes ein Begrüßungspaket mit Informationsmaterial zur Entwicklung und Erziehung eines Kindes. Bestandteil des Paketes ist auch ein Wertgutschein über 160 Euro. Bisher konnte dieser Gutschein auch für eine größere Mülltonne eingesetzt werden. Dieses Angebot kann mit der Abrechnung der Müllgebühren durch den EVS nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es besteht aber die Möglichkeit, sich diese 160 Euro für den Energiebezug bei den Stadtwerken Homburg gutschreiben zu lassen oder eine Haushaltshilfe für acht Stunden über die Agentur für haushaltsnahe Arbeiten zu nutzen. Infos gibt es im Rathaus bei Doris Baron-Lehmann und Christel Kilthau unter Tel.: 06841/101229 oder unter beratung@homburg.de.

Unabhängig von der Kritik bietet das neue System die Chance, Geld zu sparen. Wer mit weniger als 19 Leerungen auskommt, kann seine Gebühr reduzieren. Weniger als zehn Leerungen machen aber keinen Sinn, weil diese über einen Grundbetrag ohnhin bezahlt weden müssen.

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