Professor Unrat | ||
Veranstaltungsort: Kulturzentrum Saalbau Homburg
Unrat weiß um seine Unbeliebtheit. Darum ist er stets auf dem Sprung, jeden möglichen Widerstand zu brechen und alle bevorstehenden Attentate zu verurteilen. Voller Lust und Argwohn bespitzelt er seine Schüler auch in ihrer Freizeit. Sein erklärtes Ziel ist es, die Erbfeinde bei einer Untat zu fassen, um sie an ihrer weiteren Laufbahn zu hindern. Da entdeckt er im Heft seines verhassten Schülers Lohmann einige Liebesverse, die der Künstlerin Rosa Fröhlich gewidmet sind. Unrat wittert seine Chance! Voller moralischer Inbrunst begibt er sich in den ominösen „Blauen Engel“, den Wirkungskreis der fröhlichen Rosa und gerät prompt in ihren erotischen Bann. Der alte Pauker vergisst alle Konventionen, verliert alle Hemmungen und heiratet die umschwärmte Rosa. Der Skandal bleibt nicht aus, es kommt zum Desaster. Unrat wird wegen seines unlauteren Lebenswandels aus dem Schuldienst entlassen. Fortan verwandelt er seine „Villa vor dem Tor“ zu einer Stätte nächtlichen Vergnügens. Während Unrat verbotene Glücksspiele betreibt, unterhält Rosa Fröhlich die Honoratioren der Stadt. Das Paar zerstört so manche bürgerliche Existenz. Auch sie bleiben nicht verschont, das rasch verdiente Geld geht bei dem mondänen Lebenswandel ebenso schnell verloren. Dem nicht genug, tritt Unrats Erzrivale Lohmann wieder in Erscheinung. Er trifft sich mit Rosa, die Kontakt mit allen Männern, außer diesem einen haben darf. Unrat rastet aus, würgt Rosa in blinder Wut bis Lohmann einschreitet und die Tat anzeigt. Unrat ist am Ende. Professor Unrat von Heinrich Mann ist die Geschichte einer gesellschaftlichen Grenzüberschreitung und einer großen, unmöglichen Liebe. Vor allem aber eine herrliche Satire auf die bürgerliche Doppelmoral. Bis heute zählt die Verfilmung „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich und Emil Jannings zu den Klassikern der deutschen Filmgeschichte. | ||
Der kaukasische Kreidekreis | ||
Veranstaltungsort: Kulturzentrum Saalbau Homburg Nach einem Staatsstreich gegen den Großfürsten wird der reiche Gouverneur hingerichtet. Seine Frau kann den Wirren der Revolution entkommen, lässt aber ihren Sohn Michel einfach zurück, denn Kleider sind ihr wichtiger. Die Magd Grusche nimmt sich nach einigem Zögern des Kindes an und flieht mit ihm in die Berge. Obwohl Grusche mit dem Soldaten Simon verlobt ist, heiratet sie einen angeblich sterbenskranken Bauern, um ihr Ziehkind durch ein Papier mit Stempel zu legitimieren. Nachdem die Nachricht über das Ende des Krieges eintrifft, erweist sich der Sterbenskranke plötzlich als kerngesund. Nun kehrt auch die Gouverneursfrau zurück und erhebt Anspruch auf das von ihr geborene Kind, welches ihr ein reiches Erbe sichert. Der Fall wird dem einfachen, aber schlauen Dorfschreiber Azdak vorgetragen, der kein Rechtsgelehrter, sondern ein verschmitzter Lebenspraktiker ist. In dem zu verhandelnden Fall ordnet er an, den Beweis der Mutterschaft durch eine Prüfung zu erbringen. Dazu lässt er das Kind in einen Kreidekreis stellen und ordnet an, beide Frauen sollten gleichzeitig versuchen, das Kind zu sich aus dem Kreis zu ziehen (denn es heißt, die wahre Mutter wird die Kraft haben, ihr Kind aus dem Kreis zu reißen). Herrisch reißt die Gouverneursfrau ihr Kind an sich, das Grusche voll Mitleid loslässt. Hierdurch erweist sie sich aber als die „wahre“ Mutter. Schließlich erhält nicht die leibliche Kindesmutter verbrieftes Recht auf das Kind zugesprochen, sondern Grusche, die in Liebe und täglicher Pflichterfüllung bewiesen hat, „dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind“, wie es schon im Vorspiel heißt. | ||
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Ein Gymnasialprofessor vertritt äußerst zweifelhafte Lehr- und Lernmethoden. Daher wird er von seinen Schülern despektierlich Prof. Unrat genannt. Sein pädagogisches Repertoire besteht aus drakonischen Strafen, ungerechten Zensuren und sinnwidrigen Anordnungen. Kurz: ihn und seine Schüler verbindet nichts als unverhohlene Abneigung.
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