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Landwirtschaft im Bliesgau

Die Landwirtschaft ist im Bliesgau seit vielen Jahrhunderten die bedeutendste Form der Flächennutzung. Ackerbau und Viehzucht haben im Bliesgau eine lange Tradition. Wie Ausgrabungsfunde belegen, wurde bereits zur Römerzeit – vor 2000 Jahren – im Bliesgau eine systematische Landwirtschaft betrieben. Zur damaligen Zeit wurde auf guten Ackerböden überwiegend Weizen, Dinkel und Zweikorn (Wildform des Weizens) angebaut. Auf den weniger ertragreichen Böden stand der Anbau von Gerste und Faserpflanzen (Hanf und Flachs) im Vordergrund. Daneben sicherte die Rinder-, Schaf- und Schweinehaltung den Lebensunterhalt der bäuerlichen Familien. Verbreitet waren zur damaligen Zeit auch sog. Waldbauernhöfe. Diese Höfe nutzten den Wald zur „Schweinemast“. Die Fruchtstände der Eichen des Waldes (Eicheln) und Buchen (Buchecker) dienten als Futtergrundlage. Von daher gesehen kann die Region entlang der Blies durchaus  als altes Kulturland betrachtet werden. Mitteleuropa – und damit auch der Bliesgau – wäre ohne die Rodungsarbeiten der Bauern von vergleichsweise einheitlichen Wäldern bedeckt und viele Pflanzen- und Tierarten hätten nur ein begrenztes Vorkommen.

Bis in die heutige Zeit hinein prägen vielfältige landwirtschaftliche Kulturen und Nutzungsformen das Landschaftsbild im Bliesgau. Gegenwärtig werden von der Gesamtfläche der Kommunen Blieskastel, Gersheim und Mandelbachtal (22.323 ha) nahezu 14.300 ha landwirtschaftlich genutzt. Dies entspricht einem Flächenanteil von 64 %. Allerdings bedarf diese Flächenangabe der Relativierung. Obwohl die amtliche Statistik 14. 296 ha als Landwirtschaftsfläche ausweist, werden davon nur 10.049 ha von landwirtschaftlichen Betrieben – mit einer Mindestgröße von 2 ha – bewirtschaftet. Nicht zuletzt bedingt durch die Realteilung (Flurzersplitterung durch die Erbteilung) entfallen über 4.000 ha auf kleine und kleinste Bewirtschaftungseinheiten, die der sog. paralandwirtschaftlichen Nutzung dienen. Hierzu zählen u.a. Streuobstwiesen sowie all die Flächen, die der Pferde-, Schaf- und Kleintierhaltung dienen. Dieses Phänomen ist allerdings landesweit anzutreffen und keine Besonderheit im Bliesgau. Damit wird deutlich, die Erhaltung einer intakten Kulturlandschaft ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die das Engagement aller Landbewirtschafter erfordert.

Auch wenn die Landwirtschaft unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten keine herausragende, sondern eher eine untergeordnete Rolle spielt, ist die gesellschaftspolitische Bedeutung der Landwirtschaft keineswegs geringer geworden. Denn neben der Bereitstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel und Rohstoffen für die Industrie erfüllt sie wichtige Aufgaben, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen.

 

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