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Portrait der Blies

Von der Quelle zur Mündung

Die Blies gibt nicht nur der Region ihren Namen, sie ist zugleich mit knapp 100 km der längste Fluss im Saarland. Von ihrer Quelle bei Gronig bis zu ihrer Mündung bei Saargemünd in die Saar überwindet sie einen Höhenunterschied von rund 220 m und entwässert ein Gebiet von rund 1.900 km2. Dieses Gebiet, man spricht vom Einzugsgebiet, reicht bis nach Rheinland-Pfalz und Frankreich (Schwarzbach, Hornbach). In ihrem Unterlauf – bei Blies-Ebersing - fließt sie durch Frankreich und ist anschließend bis zur Mündung Grenzfluss. Auf ihrem Weg nimmt die Blies zahlreiche Seitenbäche auf (z.B. Oster, Schwarzbach, Mandelbach) und quert unterschiedliche Naturräume und geologische Einheiten.

Naturereignis Hochwasser

Regional bekannt ist die Blies durch die häufig und wiederkehrend auftretenden Hochwasser-ereignisse, z.B. in und oberhalb von Blieskastel. Das bis zu 1 km breite Überschwemmungsgebiet (Aue) steht dann für mehrere Tage unter Wasser. Die Überschwemmungsflächen stellen die natürlichen Rückhalteräume bei hohen Wasserständen. Ihr Verlust, z.B. durch Baumaßnahmen oder Hochwasserfreilegungen würde die Schäden durch Hochwasser in den Siedlungsbereichen weiter vergrößern. Das höchste bekannte Hochwasser in Blieskastel war das so genannte „Weihnachtshochwasser 1993“.

Hochwasser ist ein Naturereignis und gehört zu den typischen Eigenschaften naturnaher Gewässerlandschaften. Mit den Überflutungen z. B. Nährstoffe in die Auen. Die Bliesauen sind daher besonders bei der Landwirtschaft als Nutzflächen begehrt. Andererseits haben sich viele Tier- und Pflanzenarten an den Wechsel von Überflutung und Trockenfallen angepasst. Die Bliesaue weist daher ganz besondere Tier- und Pflanzenlebensgemeinschaften auf.

Ausbau und Nutzungen

Insbesondere im Ober- und Mittellauf wurde die Blies mehr oder weniger stark in ihrem Lauf verändert. Entfernung der Ufergehölze, Versteinungen an Ufer und Sohle sowie Begradi-gungsmaßnahmen haben den ursprünglichen naturnahen Charakter der Blies-Landschaft nachteilig verändert.

Durch die verschiedenen Wehre, z. B. im Zusammenhang mit den teilweise ehemaligen Mühlen entstanden Gewässereinbauten, die das Wandern von Fischen und anderen gewässergebundenen Organismen behindern.
Insbesondere stoffliche Belastungen aus Industrie, Haushalten und der Landnutzung haben die Blies in der Vergangenheit zu einem streckenweise biologisch verödeten Gewässer werden lassen. Insbesondere die erheblichen Anstrengungen bei der Abwasserreinigung lassen die Blies langsam wieder sauberer werden. Der Artenreichtum, z.B. bei den Fischen, nimmt zu, sogar der Biber ist - dank ehrenamtlicher Initiative – an der Blies wieder heimisch.

Auenwälder an der Blies

Insbesondere unterhalb von Blieskastel ist die Blies und ihre Aue noch sehr naturnah. Typi-sche Ufergehölze, wie Erlen und Weiden, säumen den Lauf des Gewässers. Die Auen werden, wenn überhaupt, nur noch vergleichsweise extensiv genutzt. Die Blies gehört hier zu den na-turnahesten Flussgebieten, die das Saarland - und sicherlich darüber hinaus ganz Südwestdeutschland – noch aufzuweisen hat. Projekte der vergangenen Jahre, wie die Wiederanpflanzung von Auenwäldern (z.B. bei Blieskastel und bei Gersheim), sind vor allem aus Naturschutzsicht wichtig und richtig.

Lebendige Blies in der Biosphäre

Aufgrund ihrer Naturnähe ist die Blies und ihre Aue nicht nur zum Teil als Naturschutzgebiet ausgewiesen, sondern ein wichtiger Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes NATURA 2000. Es gibt aber noch einiges zu tun, um die Blies wieder in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen. So müssen die Wehre wieder für Fische durchgängig gemacht werden (z.B. durch Steinrampen), an der ein oder anderen Stelle der Blieslauf wieder naturnäher gestaltet und die noch vorhandenen stofflichen Belastungen (wie Schwer-metalle und ungeklärte häusliche Abwässer) weiter reduziert werden. 

Die Überschwemmungsauen sind zu erhalten und dem Hochwasserschutz zuwiderlaufende Nutzungen zu verhindern. Dann ist eine “lebendige Blies“ in der künftigen Biosphäre Bliesgau erreichbar.


Dr. Volker Wild, Ministerium für Umwelt
 
Blies

 

 

Naturnaher Abschnitt der Blies mit dichtem Auenwald bei Blickweiler (Foto: Volker Wild)

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