(von Olaf Kühne)
Die Geologie ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde, ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Entwicklungsgeschichte, sowie der Prozesse, die sie formten und auch heute noch formen.
Die Geologie im Bereich der Biosphäre Bliesgau ist geprägt durch Sandstein im Norden und Gesteinen mit wechselndem Kalkanteil im Süden. Die Gesteine im Norden wie im Süden wurden in der Triaszeit (vor 225 bis 195 Millionen Jahren) abgelagert, genauer in der Buntsandsteinzeit und der Muschelkalkzeit. Genau genommen bezeichnen die Ausdrücke Buntsandstein und Muschelkalk keine Gesteine, sondern sie stellen zeitliche Einordnungen dar.
Während der Buntsandsteinzeit ( vor etwa 215 bis 225 Millionen Jahren) war das Klima in unserem Raum tropisch-wechselfeucht. Das heißt, es war warm und mit einem deutlichen Gegensatz zwischen Regen- und Trockenzeit. Vergleichbar ist dieses Klima mit dem derzeitigen Klima in Eritrea an der afrikanischen Küste des Roten Meeres. Zu der Buntsandsteinzeit war unser Raum Teil eines weit gespannten Beckens, dessen Oberfläche nur wenig über dem Meeresspiegel lag. In diesem Becken lagerten sich jene Sande ab, aus denen sich heute der Sandstein zusammensetzt. Die Böden, die sich auf dem Sandstein bilden, sind karg, daher sind große Teile des Sandsteines bewaldet, wie der Saarbrücken-Kirkeler-Wald zeigt.
Waren die Ablagerungen der Buntsandsteinzeit dadurch geprägt, dass sie über dem Meeresspiegel entstanden, änderte sich dies in der Muschelkalkzeit (vor rund 215 bis 205 Millionen Jahren): Im warmen Klima griff das Meer auf das Festland über, es kam zu Kalkablagerungen. In diese Kalkablagerungen wurde immer wieder Sand vom Festland eingeschwemmt, es entstand der so genannte Muschelsandstein. In der mittleren Muschelkalkzeit erwärmte sich das Klima weiter und das Meer verdunstete wieder bis auf Lagunen und kleinere Seen. Nachdem auch diese verdunsteten, blieben Bänke Lehm-Kalk-Gemische mit Einlagerungen von Kochsalz und Gips zurück. Dieser Vorgang der Bildung von Lagunen und Seen und deren Verdunstung wiederholte sich mehrfach, bis das Meer wieder dauerhaft diesen Raum überschwemmte. In dieser jüngsten, der oberen Muschelkalkzeit entstanden mächtige Kalkablagerungen, die auch Hauptmuschelkalk genannt werden. Insgesamt sind die Böden, die sich auf den Ablagerungen der Muschelkalkzeit bilden, deutlich fruchtbarer als jene der Buntsandsteinzeit. Daher ist der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche im südlichen Teil der Biosphäre Bliesgau erheblich größer als im nördlichen Teil. Doch gerade im Bereich der Ablagerungen des Oberen Muschelkalks trifft die Bewirtschaftung auf ein typisches Problem von Kalkgestein, die Ausbildung starker Klüfte. Wasser versickert hier sehr rasch und der Boden trocknet aus. Wo Ablagerungen des Oberen Muschelkalks die geologische Grundlage für die Bodenbildung bilden, finden sich hauptsächlich Wälder.
Damit wird deutlich: Die Geschichte des Bliesgaus beginnt nicht erst in der Keltenzeit, wichtige Grundlagen für die Entstehung seiner Landschaften reichen über Jahrmillionen zurück.

















