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Im Rahmen des vorgesehenen Baus der B 423 neu, Ortsumgehung Schwarzenbach und Schwarzenacker, kommt es zu Eingriffen in Natur und Landschaft.

Seit vielen Jahren ist es üblich, solche Eingriffe durch die Aufwertung von Biotopen oder mithilfe durch Renaturierungsprojekte auszugleichen. Für den Fall der B 423 neu kümmert sich der Auftraggeber der Maßnahme, der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) des Saarlands, bereits vor Beginn der Bauarbeiten um eine sogenannte Ökologische Ersatzmaßnahme. Diese erfolgt durch die naturnahe Umgestaltung des Erbach. Dafür wurde in einem ersten Bauabschnitt der Bereich vom Schmalauweg bis zum Eduard-Vollmar-Platz renaturiert. Jetzt folgt ein 2. Bauabschnitt, der den Bereich vom Auslauf des Möhlwoog in Jägersburg auf rund fünf bis sechs km Länge bis zur Verrohrung an der Karlsberg-Brauerei umfasst.

Um die Umsetzung der Maßnahme im Auftrag des LfS kümmert sich die Landschaftsagentur Plus GmbH, die als Bauleitung agiert. Auftragnehmer für die eigentlichen Arbeiten ist die Floratec GmbH, die auch den 1. Bauabschnitt erfolgreich durchgeführt hat. Die Maßnahmen hat die Landschaftsagentur Plus in enger Abstimmung mit der Stadt Homburg geplant, da die Stadt für den Erbach unterhaltspflichtig ist. Genehmigt wurden die Planungen durch das zuständige Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA). Um auf den teilweise privaten Grundstücken arbeiten zu können, mussten sich die Planer auch um die erforderlichen Gestattungen kümmern.

In der vergangenen Woche trafen sich nun Verantwortliche der Stadt und der beteiligten Unternehmen und Behörden, um vor Ort an der Buschstraße über die geplanten Arbeiten zu sprechen. So sind zunächst Rodungsarbeiten im Bereich der Buschstraße in Richtung Stadtpark geplant. In diesem Abschnitt ist der Uferbereich des Erbach so stark mit Brombeersträuchern bewachsen, dass dieser kaum als Gewässer wahrzunehmen ist, obwohl er derzeit überdurchschnittlich viel Wasser führt. Anschließend wird die Firma Floratec am Möhlwoog und im Raum Reiskirchen tätig, um im dortigen Abschnitt vorbereitende Arbeiten durchzuführen. Die Rodungen müssen schließlich bis Ende Februar erledigt sein, wie Michael Boes von der Landschaftsagentur Plus erklärte.

Anschließend ist vorgesehen, dort wo es möglich ist, begradigte Gewässerabschnitte zu verbreitern, Ufer- und Sohlbefestigungen zu entfernen und die Uferböschungen abzuflachen. Es werden wie bisher auch am Erbach naturnahe Gewässerschlingen angelegt, neue Hochwasserrückhalteflächen geschaffen und standortgerechte Gehölze angepflanzt. Diese Arbeiten, die auch zu einer Qualitätsverbesserung der Uferbereiche führen, sind für die Privateigentümer und auch die Stadt kostenfrei, so Nicole Schmitt-Siegwart von der Landschaftsagentur Plus. So wird auch eine ganze Reihe alter Fichten, die ohnehin bald gefällt werden müsste, durch geeignetere Pflanzen ersetzt. Die Neubepflanzung im Uferbereich soll auf Dauer auch dazu beitragen, den starken Brombeerbewuchs einzudämmen.

Die eigentlichen Erdbau- und Sicherungsarbeiten im und entlang des Gewässerbettes beginnen ab März 2018. Dabei wird es zu zeitweiligen Einschränkungen der Begehbarkeit oder auch zu zeitlich begrenzten Sperrungen von Wald- und Fußwegen, sowie von Teilbereichen des Stadtparks kommen. Die Stadtverwaltung Homburg und die Landschaftsagentur Plus bitten um Beachtung der im Gebiet vorhandenen Baustellenbeschilderung und um Verständnis für die unvermeidbaren Einschränkungen.

Mit dem Ende der Bauarbeiten, das im Sommer 2018 vorgesehen ist, werden die Anwohner nicht nur deutlich aufgewertete Uferbereiche erhalten, der Bachlauf des Erbach wird auf komfortabel wieder hergestellten Wegen zu erleben sein. So könnte für einige Teile Erbachs ein kleines Naherholungsgebiet entstehen, prognostizierte der Erbacher Ortsvertrauensmann Hans-Jürgen Bernd.

Mit der Renaturierung des Erbach soll aber nicht nur der Eingriff in Natur und Landschaft durch die vorgesehene Straßenbaumaßnahme ausgeglichen werden, darüber hinaus entstehen auch Synergieeffekte im Hinblick auf den Hochwasserschutz innerhalb der bebauten Ortslage.

Generell erklärt Michael Boes den Naturausgleich so. Je naturferner sich eine Landschaft oder in diesem Fall der Erbach darstellen, desto mehr Ökopunkte können durch deren Aufwertung erzielt werden. Insgesamt wird die Renaturierung des Erbach in beiden Bauabschnitten entlang von rund 16 km Bachlauf etwa zwei Mio. Ökopunkte einbringen. Und da im Saarland ein Ökopunkt im Durchschnitt Kosten von rund einem Euro verursacht, ließe sich auch leicht das Gesamtbudget der Maßnahme überschlagen, erläutert Boes.

Für Rückfragen zur Renaturierungsmaßnahme am Erbach stehen für die Stadt Homburg, Dr. Dieter Dorda, Tel.: 06841/101-612 sowie Nicole Schmitt-Siegwart, Tel.: 06831/50736-115, für die Landschaftsagentur Plus GmbH zur Verfügung.

 

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