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Termine

Titel: Welttag des Hörens
Beginn der Veranstaltung:
Sonntag, 3. März 2019  15:00  
Ende der Veranstaltung: 
Sonntag, 3. März 2019   
Ort:  Römermuseum

„Das kann sich HÖREN lassen – Barockwelten“

Nicht sehen trennt von den Dingen,
Nicht hören trennt von den Menschen.
Immanuel Kant

Intention dieses weltweit begangenen Aktionstages ist die Aufklärung über Auswirkungen, Konsequenzen und die Ursachen einer Erkrankung bzw. Beeinträchtigung dieses sensiblen Sinnesorganes. Akustiker, Mediziner, Netzwerke und Institutionen setzen sich seit Bestehen des Welttages des Hörens an diesem Tag das Ziel, über vorbeugende Maßnahmen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten von Hörminderungen zu informieren.

Hörminderungen können alle Alters- und Berufsgruppen betreffen, sie stellen sich schleichend ein, sie machen keine gesellschaftlichen oder epochalen Unterschiede. Schon im 2. Jh. n. Chr. soll der Medicus Archigenes seinem prominenten Patienten, dem Caesar Hadrianus, die Verwendung von klingenden Röhren zur Unterstützung seines beeinträchtigten Hörvermögens anempfohlen haben.
Hörminderungen machten in der Vergangenheit auch nicht Halt vor Genies, trieben sie in tiefe Lebenskrisen. Ein prominenter Betroffener: Ludwig van Beethoven, dessen Niederschriften von der sozialen Isolation des schwerhörigen Virtuosen Zeugnis ablegen. Im Alter von 31 Jahren fasst Beethoven die Charakteristika seines Leidens zusammen, die den Menschen Ludwig van Beethoven zum Schatten seiner selbst werden lassen:
„Der neidische Dämon hat meiner Gesundheit einen schlimmen Streich gespielt, nämlich mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden [Schwerhörigkeit]. . . . nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort [Tinnitus]. . . . Ich bringe mein Leben elend zu. Seit zwei Jahren meide ich alle Gesellschaften, weils mir nicht möglich ist, den Leuten zu sagen, ich bin taub. Hätte ich irgend ein anderes Fach so gings noch eher, aber in meinem Fach ist es ein schrecklicher Zustand. . . . Die hohen Töne von Instrumenten und Singstimmen höre ich nicht [Hochtonverlust], wenn ich etwas weit weg bin, auch die Bläser im Orchester nicht. Manchmal auch hör ich den Redner, der leise spricht, wohl, aber die Worte nicht [Sprachverständlichkeitsverlust], und doch, sobald jemand schreit, ist es mir unausstehlich [Hyperakusis].“
Aus: Beethovens Taubheit: „Wie ein Verbannter muss ich leben“, Dtsch Arztebl 2002; 99(42): A-2762 / B-2353 / C-2208

Zur Linderung der Leiden, bediente sich Ludwig van Beethoven eines Hörrohrs. Um die Klangwellen und Vibrationen der gespielten Töne für ihn erlebbar zu machen, nahm er einen am Flügel befestigten Holzstab in den Mund. Allein – die Einbußen in Lebens- und Schaffenskraft konnten diese Hilfsmittel nicht kompensieren.
Heutzutage stehen Menschen mit einer Beeinträchtigung des Gehörs technische Mittel zur Verfügung, um Kultur für andere erlebbar zu machen und selbst zu erleben. Hörgeräte und Tonübertragungsanlagen ermöglichen schwerhörigen Menschen, am alltäglichen Miteinander zu partizipieren, Musik und Kunst zu genießen, den kommunikativen Austausch – den Weg heraus aus der sozialen Isolation.
„An diesem Sonntag öffnet das Römermuseum seine Pforten und lädt bei freiem Eintritt zu einem nicht ganz alltäglichen Spaziergang durch die Zeit ein. In Kooperation mit dem Netzwerk Hören der Tourismuszentrale Saarland und Dank der von der Saarpfalztouristik angeschafften FM-Anlage ziehen wir unsere Besucher im Rahmen einer kostenlosen Führung nicht nur in den Bann unserer zauberhaft idyllischen Barock-Gemälde, sondern offerieren ihnen auch einen unvergleichlichen Kulturgenuss mit Hörkomfort. Und das für Besucher mit oder ohne Beeinträchtigung des Gehörs. “, so Prof. Dr. Klaus Kell, Museumsleiter und Geschäftsführer des Römermuseums im Homburg-Schwarzenacker.

 

Kostenlose Führung bei freiem Eintritt

Zielgruppe: Menschen mit gesundheitlicher und altersbedingter Hörminderung

 

 
 

 

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