Schwarzenacker, ein Stadtteil der Kreis- und Universitätsstadt Homburg, liegt am Mittellauf der Blies in einer Talaue, die mit ihren furchtbaren Kalkböden zu allen Zeiten gute Voraussetzungen für eine landwirtschaftliche Nutzung bot. Deshalb entstanden in gallo-römischer Zeit hier zahlreiche Villen und Höfe wie z.B. in Bierbach und Einöd.

Nachdem C. Julius Caesar 58 - 51 vor Chr. Gallien erobert hatte, ließ Augustus durch seinen Schwiegersohn Agrippa das Land als römische Provinz neu organisieren und mit dem Bau eines großen Fernstraßennetzes erschließen.

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Römische Truppenangehörige verwalteten die Provinz und keltische Adelsschichten wurden in die neuen Herrschaftsstrukturen eingebunden. Deren intensiver Kontakt mit der römischen Administration und Lebenswelt führte schließlich zu einer tiefgreifenden und schnellen Romanisierung aller Bevölkerungsschichten.

Die folgende, fast 300 Jahre währende Friedenszeit (Pax Romana) in unserer Region brachte eine wirtschaftliche Blüte mit sich. Es entstanden Siedlungen (Vici) in Pachten, Saarbrücken, Tholey, Bliesbrücken, Herapel, Landgüter und Villen (Erfweiler-Ehlingen, Bierbach und Nennig). Die groß Zentren waren Metz als Hauptstadt der Mediomatriker und Trier als die der Treverer.

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Ruine der Kirche des Zisterzienserklosters Wörschweiler, gegründet 1131, 1614 durch Brand zerstört.

 

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Museumsgebäude Edelhaus, um 1725 vom schwedischen Architekten Sundahl im Auftrag des Herzogs Gustav Samuel errichtet.

Das römische Schwarzenacker lag an der Nord-Süd-Achse von Trier nach Straßburg und 2 km südlich der West-Ost-Achse von Metz an den Rhein nach Worms. Obwohl der römische Ort nicht direkt am Kreuzungspunkt der Straßen lag, konnte er sich aus einer kleinen keltischen Ansiedlung zu einem wichtigen Handelszentrum entwickeln. Als Landstadt, deren antiker Name noch unbekannt ist, war die Siedlung im keltischen Stammesgebiet der Mediomatriker ein Verwaltungs- und Geschäftszentrum von überregionaler Bedeutung.

Die vorrömischen Spuren menschlichen Lebens führen von der Bronzezeit Stufe D (ca. 1100 vor Chr.) bis in die späte Latènezeit (Mitte 1. Jh. vor Chr.). Die über 1000 Jahre alte Siedlungskontinuität Schwarzenackers und seiner Umgebung endet erst mit der Zerstörung des gallorömischen Vicus im Jahre 276 nach Christus. Nachdem germanische Völkerstämme schon mehrfach im 3. Jahrhundert nach Chr. den Rhein zu Raubzügen überschritten hatten, drangen Franken und Alemannen 275/276 nach Chr. in Gallien ein und hinterließen eine Spur der Zerstörung in Städten, Siedlungen und Höfen. Schwarzenacker blieb im Gegensatz zu Pachten oder Saarbrücken entvölkert. Erst für die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts ist festzustellen, dass wieder einige Menschen in den zerstörten Häusern, die notdürftig hergerichtet waren, Quartier bezogen hatten. Wie die wenigen Funde aus der Merowingerzeit belegen, lebten zwar Menschen in der zerstörten Stadt, die  Siedlung konnte jedoch ihre einstige Bedeutung nicht wiedererlangen. Der ehemals römische Vicus verfiel mehr und mehr und wurde schließlich zur Wüstung.