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Deutliche Worte beim diesjährigen Heringsessen - Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind begrüßte am Aschermittwoch mehr als 500 Gäste im Saalbau

Heringsessen 1OB Schneidewind sprach in seiner Rede über die Situation in Homburg und Zukunftsvisionen für die Stadt.

Ein Abend zum geselligen Beisammensein, zum Kennenlernen und Pflegen von Kontakten, aber auch, um den vielen Ehrenamtlichen in Homburg zu danken – in diesem Zeichen fand vergangene Woche das traditionelle Heringsessen der Stadtverwaltung im Saalbau statt.

Bürgermeister Klaus Roth begrüßte die mehr als 500 Gäste, die der Einladung von Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind gefolgt waren, und bedankte sich vor allem bei den Sponsoren, die die Durchführung dieser Großveranstaltung unterstützt haben.

Danach übernahm der Rathaus-Chef und begann seine Rede mit den Worten: „Es sind wahrlich politisch unruhige Zeiten. Nicht nur in Berlin und Saarbrücken, sondern leider auch in Homburg.“ Es gefiele ihm deutlich besser, wenn an diesem Abend Sachthemen bezüglich Homburg im Mittelpunkt stehen würden. Er bat um Verständnis darum, dass er zu seiner Person aufgrund des laufenden Verfahrens nichts sagen dürfe. Auch Bürgermeister Roth ist seit wenigen Tagen im Visier der Staatsanwaltschaft. Es gibt Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs. Hierzu gab der OB bekannt, dass er dem Bürgermeister zu seinem eigenen Schutz die Zuständigkeit für den EDV-Bereich nach Rücksprache mit Roth selbst vorübergehend entzogen habe. Der Stadtrat wird hierzu in der nächsten Sitzung eine Entscheidung treffen müssen. „Ich werde vorschlagen, dass Christine Becker (1. Beigeordnete) dieses Gebiet übernehmen soll“, kündigte Schneidewind im Nachgang an. Es gelte jedoch immer die Unschuldsvermutung, machte Schneidewind nochmals deutlich. Er stellte auch klar, dass die Stadtverwaltung trotz dieser Probleme voll arbeitsfähig sei. Sollte dies manchmal nicht so wirken, gebe es durchaus andere Faktoren, die dies beeinflussen. „Warten“ sei in Homburg mittlerweile „ein Thema“ geworden. Warten auf den Baubeginn am Enklerplatz zum Beispiel. Hier liege das Normenkontrollverfahren bei Gericht. „Bis heute fehlt uns eine Begründung, wieso St. Ingbert gegen das geplante Einkaufscenter ist“. Es gelte weiterhin, den Investor „bei Laune zu halten“. Dennoch sei klar, dass „niemand einen Bau in Höhe von 90 Millionen Euro beginnt mit einem Restrisiko“. Auch für die Bebauung des Vauban Carrees gebe es Gespräche mit Interessenten. Über ein solches Projekt würde aber auch nicht innerhalb von ein paar Wochen entschieden.

Viel Positives passiere auch nichtöffentlich, wie die „hervorragende interkommunale Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung“ oder die Unterbringung von Flüchtlingen, die die Verwaltung immer noch vor große Herausforderungen stelle. Hier dankte Schneidewind seinen Mitarbeitern, allen voran der zuständigen Beigeordneten Christine Becker, die „hervorragende Arbeit leisteten und leisten“.

Auch sprach er die Leichenhalle in Erbach an, die „in neuem Glanz erstrahlt“ und er kündigte an, dass die beiden leerstehenden Gebäude der ehemaligen Landesaufnahmestelle in Erbach bald abgerissen werden und dies somit zu einem schöneren Gesamtbild rund um die Musikschule führe.

Ein großes Thema war auch die Sanierung des Sportzentrums Erbach, wobei der Rathaus-Chef bekanntgab, dass die Baugenehmigung, die in den 80er-Jahren erteilt wurde, nicht mehr bzw. nur teilweise auffindbar sei. Ohne diese Unterlagen koste die Grundlagenermittlung (z. B. im Brandschutz) einfach mehr Zeit. Dennoch versprach Schneidewind: „Das Sportzentrum wird saniert!“

„Wir arbeiten weiter an der Zukunft unserer Stadt“, ließ der OB die Gäste wissen und kam auf seine „Visionen“ zu den geplanten Aufzügen am Schlossberg zu sprechen. Nur mit Zuschüssen und einer gemeinsamen Entwicklung mit Beteiligung der Bürger sei dieses Projekt möglich. „Die Vision ist der Weg“, sagte er und meinte, dass selbst mit einem neuen Eingangsbereich für die Höhlen oder einem einzelnen Aufzug schon viel erreicht wäre. Mit solch einem Projekt könne neben der Gastronomie und der Hotellerie auch die Innenstadt belebt werden, „damit die Menschen in die Stadt kommen und nicht nur online einkaufen“.

Schlaflose Nächte bereite ihm vor allem die Zukunft der Autoregion des Saarlandes. Der Diesel hätte plötzlich einen schlechten Ruf, E-Mobilität werde als „Rettung“ hingestellt. „Diesel hat eine wichtige Zukunft“, machte der OB beim Heringsessen nicht zum ersten Mal deutlich. E-Mobilität solle in einer Grundinfrastruktur vorhanden sein, dennoch „ist dies nicht die Zukunftstechnologie“. Wasserstoff sei hier eine Alternative und somit wurde auch ein Arbeitskreis in Homburg eingerichtet, der sich mit diesem Thema beschäftigt, „damit Homburg als Vorreiter gilt“.

Zum Schluss sagte Schneidewind, dass er die Forderung einiger unterstütze, dass mehr Ordnungspolizei in der Stadt vorhanden sein müsse. Er ging auch auf die Personalsituation bei der Polizei ein, hier sei er ebenfalls ganz klar für eine Aufstockung „in unserem Land“.

Der Oberbürgermeister bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Heringsessens beigetragen haben und stand auch nach dem Essen – getreu des Mottos zur Kontaktpflege – für angeregte Gespräche für alle Gäste zur Verfügung.

Heringsessen 2Während der offizielle Teil lief, wurden im Foyer die Heringe vorbereitet.

Veröffentlicht am: 20.02.2018 | Drucken