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Mahnmal gegen das Vergessen eingeweiht - Zahlreiche Einwohner und auch viele Gäste beteiligten sich an der Gedenkveranstaltung

MahnmalEine rege Anteilnahme der Bevölkerung gab es bei der Einweihung des Mahnmals gegen das Vergessen und dem anschließenden Gedenken zum 9. November 1938.

Das „Mahnmal gegen das Vergessen“ direkt am Historischen Marktplatz wurde am Dienstag vergangener Woche unter reger Anteilnahme der Bevölkerung offiziell eingeweiht.

Das von dem Künstler Klaus Glutting aus sieben Granitstelen gestaltete Mahnmal, das ganz in der Nähe zur Ruine der alten Homburger Synagoge steht, soll an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in der Kreisstadt, an die Opfer des nationalsozialistischens Terrors sowie die Opfer von Krieg und Gewalt erinnern. Die Stelen sind an die Menora, den siebenarmigen jüdischen Leuchter angelehnt.

Bürgermeister Michael Forster zeigte sich dankbar für das Mahnmal, die Teilnahme durch die Bevölkerung und wies darauf hin, dass das Mahnmal in der Stadtmitte stehe, da wo auch das jüdische Leben in Homburg stattgefunden habe.

Er dankte ganz besonders dem in der Schweiz lebenden Izhak Hirsch, den er als den Initiator zur Aufstellung des Mahnmals lobte. Dessen Großeltern August und Mathilde Hirsch wurden in Auschwitz ermordet. Ihre Namen gehören zu den 29 Namen der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Homburgs, die ermordet wurden und die nun auf den Stelen eingetragen sind.

Bürgermeister Forster betonte, dass das Mahnmal nicht nur der Erinnerung diene, sondern auch als ein Zeichen des Konsenses zur Abkehr vom Nationalsozialismus zu verstehen sei.

Für die Landesregierung nahm Prof. Dr. Roland Rixecker, er ist der Beauftragte für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus, an der Einweihung teil. Er bedankte sich für die würdige Veranstaltung, sprach von dem Bekenntnis zur Verantwortung und wies darauf hin, dass wir in diesen Zeiten Beständigkeit und Wachsamkeit benötigen.

Abschließend sprach Izhak Hirsch das jüdische Totengebet Kaddisch.

Im Anschluss an die Einweihung des Mahnmals fand in der Prostestantischen Stadtkirche und der Ruine der Synagoge das Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 statt. Diese wurde geleitet von Pfarrerin Petra Scheidhauer. Beteiligt waren auch Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG und des Chors des Saarpfalz-Gymnasiums sowie frühere Konfirmandinnen aus Bruchhof. Die Hauptrede hielt Jörn Didas, der Leiter des Adolf-Bender-Zentrums.

Mahnmal 2Prof. Dr. Klaus Kell (3. v. r.) verlas die Namen der ermordeten Homburger Juden. Zuvor hatten Prof. Dr. Roland Rixecker (r.), der Beauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, und Bürgermeister Michael Forster (2. v. r.) gesprochen. Izhak Hirsch (4. v. l.) las anschließend das jüdische Totengebet.

Veröffentlicht am: 19.11.2019 | Drucken