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Für Bürgermeister Michael Forster hat die Stadt Homburg in Sachen Ria-Nickel-Tierheim ihre Hausaufgaben erledigt

Der Homburger Bürgermeister Michael Forster verfolgt die seit Tagen andauernde Diskussion um das Tierheim mit großem Interesse.

Vor allem die inzwischen in der Öffentlichkeit gegenüber anderen Kommunen immer lauter werdenden und von immer mehr Parteien erhobenen Forderungen – ganz aktuell haben sich Grüne und Linke entsprechend positioniert – nach einer größeren finanziellen Unterstützung auch aus anderen Verwaltungssitzen der Einrichtung am Erbacher Bahnhaus sind für den Verwaltungschef „Beleg dafür, dass wir in Homburg schon frühzeitig und richtig reagiert haben. Ich denke, wir haben als Stadt unsere Hausaufgaben gemacht.“

Forster hebt damit auf einen einstimmigen Beschluss im Homburger Stadtrat ab, der sich bereits im späten Frühjahr des vergangenen Jahres auf seine Initiative hin dafür ausgesprochen hatte, das Ria-Nickel-Tierheim ungeachtet aller im zum Jahreswechsel ausgelaufenen Konsortialvertrag festgehaltenen Bestimmungen deutlich besser zu fördern. Konkret hatte der Stadtrat seinerzeit dafür gestimmt, den Beitrag pro Einwohner von 40 Cent auf jetzt einen Euro zu erhöhen.

Forster sagt rückblickend: „Ich habe schon im vergangenen Jahr stets und aus vollster Überzeugung darauf hingewiesen, dass die Stadt Homburg sich der Bedeutung des Tierheims und der dort geleisteten Arbeit bewusst ist. Diese Denke hat ihren Niederschlag dankenswerterweise auch im entsprechenden Beschluss des Stadtrates gefunden, wonach wir als Stadt diese Einrichtung künftig in deutlich höherem Maße fördern werden.“ 

Diese Entscheidung hatte das Tierheim mit großer Zufriedenheit zur Kenntnis genommen. Entzündet hat sich die neuerliche Diskussion um dessen Finanzierung aber insbesondere auch an der kurz vor Weihnachten bekannt gewordenen Ankündigung der dort Verantwortlichen, wonach das Tierheim wegen der unklaren Situation um einen neuen Konsortialvertrag ab sofort nur noch Homburger Fundtiere aufnehmen werde. Für die Tiere aus anderen Kommunen seien in dieser Konsequenz der Ordnungsämter vor Ort zuständig.

Ganz offensichtlich ist dies eine Reaktion darauf, dass bei einer Besprechung, zu der der Saarländische Städte- und Gemeindetag (SSGT) Mitte Dezember Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden des Landkreises Neunkirchen, des Saarpfalz-Kreises sowie des Landkreises St. Wendel zur Erörterung der Finanzierung der Tierheime im östlichen Saarland eingeladen hatte, aus Sicht der Tierheim-Verantwortlichen kein positives Ergebnis erzielt werden konnte. Anlass für die Zusammenkunft der kommunal Verantwortlichen war nicht zuletzt auch die permanente Klage, die von Seiten der Tierheime bzw. der Tierschutzverbände wegen der aus deren Sicht   bestehenden Unterfinanzierung der Tierheime formuliert wird.

Im Nachgang zu dieser Zusammenkunft hatte Forster in einem Schreiben an das Tierheim formuliert: „Der eigentliche Aufhänger für den Austausch in der kommunalen Familie war aber im Besonderen der Umstand, dass – wie Sie ja  wissen – der „Vertrag zur Beteiligung an den Kosten für Fund- bzw. Abgabetriere der Tierheime des Tierschutzvereines Neunkirchen Saar und Umgebung e.V. und des Tierschutzvereins Homburg Saar und Umgebung e.V.“ mit den Kommunen und Landkreisen des östlichen Saarlandes zum 31. Dezember 2023 ausläuft.“

Forster bat um Verständnis dafür, „dass ich aus grundsätzlichen Erwägungen in meinem vorliegenden Schreiben nicht detaillierter auf die Besprechungsergebnisse eingehen kann. Diesen Part der Kommunikation wird für alle der Landestierschutzbeauftragte Dr. Arnold Ludes übernehmen, der auch die Moderation zwischen den Kommunen und den Tierheimen angehen wird.“

Und weiter: „Möglicherweise werden Sie im Austausch mit Herrn Dr. Ludes auch realisieren, dass die Stadt Homburg sich - verglichen mit anderen Kommunen im östlichen Saarland - nach derzeitigem Stand finanziell gegenüber dem Tierheim deutlich aufgeschlossen/er zeigt. Indem wir unseren Beitrag (pro Kopf der Bevölkerung) von aktuell 0,40 Euro auf 1,00 Euro mehr als verdoppeln, setzen wir ein Zeichen. Generell sollte es einzelnen Städten und Gemeinden wegen besonderer Betroffenheit vor Ort auch durchaus möglich sein, eine höhere Beteiligung vorzunehmen. Im Falle der Stadt Homburg sehe ich diese besondere Betroffenheit vor allem vor dem Hintergrund, dass das Ria-Nickel-Tierheim eben in unserer Stadt beheimatet ist.“

Basierend auf dieser Feststellung bleibe er bei seiner Auffassung, „dass wir mit Blick auf die Gesamtsituation (immer mehr Tiere, steigende Kosten, generelle finanzielle Ausstattung) als Stadt gefordert sind“. Das Geld und die deutlichen Mehrausgaben, mit dem bzw. denen die Stadt Homburg neben vielen anderen die Arbeit im Tierheim unterstütze, sei mit Blick auf das Tierwohl und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Fundtieren nach Forsters Auffassung mehr als gut angelegt. Forster sagt: „Wir können ja nicht länger die Augen davor verschließen, dass die finanziellen Herausforderungen in Erbach durch die drastisch gestiegenen Kosten für Energie, Futter, Gehälter und tierärztliche Behandlungen so nicht mehr zu stemmen sind, wenn wir als Kommune uns nicht unserer Verantwortung stellen.“

Final formuliert Forster aber auch die Erwartungshaltung der Stadt. Wörtlich schreibt er: „Genau so ehrlich sage ich aber auch – und auch dies wurde in der jüngsten Besprechung mehr als deutlich:  Die Stadt Homburg, die Ihnen gegenüber mit der überproportionalen Erhöhung ihrer Zuschüsse einen deutlichen Vertrauensvorschuss formuliert, erwartet wie alle anderen Städte und Gemeinden im Gegenzug vom Betreiber des Tierheims eine vollumfängliche Transparenz im Hinblick auf die Wirtschaftspläne und die Rechnungslegung. Nach meinem Dafürhalten ist darin auch eine größtmögliche Offenheit und Ehrlichkeit hinsichtlich des Spendenaufkommens unabdingbar notwendig.“ Der vorausschauende Umgang mit dem von Seiten des Tierheimes avisierten Um- oder Neubau potenziere diese Erwartungshaltung.

Veröffentlicht am: 11.01.2024 | Drucken