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Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik wurden im Rathaus vorgestellt

PI Statistik Am vergangenen Freitag war Dirk Rahmann, der kommissarische Leiter der Polizeiinspektion (PI) Homburg, im Rathaus zu Gast, um Bürgermeister Michael Forster und Vertretern der Medien die Kriminal- und Verkehrsunfallstatistiken für das Jahr 2021 zu präsentieren.

Dadurch, dass das vergangene Jahr immer noch im Zeichen der Corona-Pandemie stand, waren die Zahlen durchaus „erfreulich“, wie Rahmann und Forster am Ende sagten, wobei sich beide einig waren, „dass jeder Unfall, jede Straftat, jeder Verletzte und jeder Tote einer zu viel ist“.

Zum Vergleich hatte Rahmann der Statistik aus 2021 die Zahlen aus den vorangegangenen Jahren gegenübergestellt. Dabei war vor allem der Vergleich zu 2019, also vor dem Ausbruch der Pandemie, relevant zur Verdeutlichung des Rückgangs/Anstiegs sämtlicher Straftaten und Unfälle. Eine Prognose für die Zukunft wagte Rahmann nicht: „Was uns jetzt nach der Corona-Zeit erwartet, wissen wir alle nicht. Wir hoffen natürlich auf das Beste!“

Zunächst erklärte der Vertreter der PI Homburg die Zuständigkeiten der Polizei in Homburg, die neben dem Stadtgebiet auch in Blieskastel, Kirkel, Mandelbachtal, Gersheim und Bexbach liegen. 113.000 Bürger gilt es zu betreuen.

Daraufhin ging Rahmann auf die registrierten Straftaten im gesamten Saarland ein, 2021 waren dies 58.651 (2019: 74.720), wovon 6.215 (10,6 %) im Saarpfalz-Kreis passierten. Bei ca. 1.700 Taten ist in der Statistik ein „unbekannter Tatort“ angegeben, hier handelt es sich zum Beispiel um Internetkriminalität, wie Rahmann erklärte. Wie viele davon im Saarpfalz-Kreis liegen und zu den 6.215 hinzugezählt werden müssten, könne nicht gesagt werden.

In Sachen Kriminalitäts-„Rangliste“ aller Städte und Gemeinden im Saarland liegt Homburg als drittgrößte Stadt auf Platz 7. Bei der PI Homburg lag die Zahl der Straftaten 2021 bei 3.495 (2019: 4.173). Im Stadtgebiet wurden 2.473 Straftaten verübt (2019: 2.986), davon 41 Wohnungseinbrüche (versuchte wie auch vollendete Taten). 2019 war diese Zahl noch deutlich höher, nämlich 112. Die Zahl der Körperverletzungen lag bei 142, die der gefährlichen Körperverletzung bei 65 (2019: 191 und 74). Sachbeschädigungen wurden 380 Mal zur Anzeige gebracht (2019: 370), zusätzlich 205 Mal an Kfz-Fahrzeugen (2019: 144). 36 Fälle von illegalem Graffiti-Sprayen (2019: 51) verzeichnete die PI Homburg außerdem. Raubdelikte gab es sechs (2019: 8) und einen Handtaschenraub – genau wie im Jahr 2019. Ladendiebstahlsdelikte wurden 116 gezählt (2019: 132), Taschendiebstähle 92 (2019: 66). In 93 Fällen wurden Rauschgiftdelikte aufgedeckt, 2019 lag diese Zahl bei 158, wobei Rahmann deutlich machte, dass durch Corona viele Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz wohl gar nicht entdeckt wurden. Betäubungsmittel seien „ein grundsätzliches Problem, ich glaube, auch bedingt durch die Corona-Zeit, einfach weil die Menschen sich mittlerweile anderen Formen zuwenden, um sich vom Alltag abzukehren und dann im Bereich Drogen unterwegs sind“, so Rahmann.

Ein besonderes Thema lag Rahmann am Herzen, auf das er während der Präsentation einging: Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, zum Beispiel so genannte Enkeltricks, Schockanrufe, falsche Gewinnversprechen oder die Vorgabe falscher Identitäten, u.a. von Polizeibeamten. Hier gab es 2021 saarlandweit 1.386 registrierte Fälle, die Dunkelziffer könne sogar noch höher sein, vermutet die Polizei. Immerhin blieben im vergangenen Jahr ca. 94 Prozent lediglich Taten im Versuchsstadium, dennoch wurde in 81 Fällen teils erheblicher Schaden zugefügt – trotz intensiver Präventionsarbeit der Behörden. Die Gesamtschadenshöhe lag (in diesem Bereich) bei 522.816 Euro.

Rahmann wies hier auf mehrere Stellen hin, an die sich Betroffene wenden können. „Unser Kontaktpolizist in Homburg, Herr Clemenz, berät umfangreich unter anderem zu diesem Thema, bundesweite Initiativen sind zusammengefasst unter www.polizei-beratung.de. Hier gibt es Medien, Informationen und Schulungsfilme, wie man sich in bestimmten Situationen am besten verhält. Alle Informationen gibt es auch in den Polizeidienststellen der Gemeinden. Des Weiteren setzen wir auf Öffentlichkeitsveranstaltungen, Herr Clemenz ist oft in der Stadt unterwegs, vor allem an besucherstarken Tagen wie zum Beispiel den Markttagen und geht aktiv auf die Bürgerschaft zu“, erklärte Rahmann. Zudem gebe es eine Zentralstätte zum Thema Opferschutz in Saarbrücken, die aktive Unterstützung bietet, z.B. wenn sich jemand in Sachen Einbruchschutz beraten lassen möchte.

Zum Schluss hatte Rahmann die Zahlen der Verkehrsunfälle für das Saarland und den Raum Homburg parat. Im Bundesland gab es 2021 insgesamt 30.317 (2019: 35.485), davon 27.034 nur mit Sachschaden (2019: 31.645), 3.283 Mal kamen auch Menschen zu Schaden (2019: 3.840). In Homburg wurden insgesamt 1.573 Unfälle registriert, 1.394 mit Sachschaden und 179 mit Personenschaden. 350 Mal wurde Unfallflucht begangen, wovon 141 im Nachhinein geklärt wurden. Drei Menschen wurden bei Verkehrsunfällen getötet, zwei bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 6, als ein Lkw ungebremst ins Stauende auffuhr, ein Radfahrer verlor ebenfalls sein Leben, als er im Stadtgebiet mit einem Auto kollidierte.

Polizei wie auch Stadtverwaltung lobten die „vorbildliche“ (Rahmann) Zusammenarbeit, die oftmals notwendig sei, zum Beispiel bei Sicherheitsgesprächen u.a. vor Großveranstaltungen oder auch bei Gefahrenlagen wie zum Beispiel Bombenfunden, Großbränden o.ä. Wichtig sei hier vor allem auch Präventionsarbeit, damit viele Taten im Vorhinein verhindert werden könnten. Simone Müller-Orschekowski, Leiterin des kommunalen Ordnungsdienstes, ging in diesem Zusammenhang auch nochmal auf die Zusammenarbeit der Stadt mit Thomas Raber, dem ehemaligen stellvertretenden Leiter der PI Homburg, ein, bei der solche Themen im Vordergrund stehen. Als Beispiel nannte sie die bessere Beleuchtung von bestimmten Bereichen im gesamten Stadtgebiet, nicht nur im Zusammenhang mit Kriminalität, sondern auch um eine bessere Sicht – z.B. an Unfallschwerpunkten – zu ermöglichen. „Das ist für uns wichtig, um auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu verstärken“, so Bürgermeister Forster.

Veröffentlicht am: 14.06.2022 | Drucken