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Schlossberg wird aufgewertet - In der Stadtratssitzung vergangene Woche wurde einiges entschieden

Peter KaufmannPeter Kaufmann (l.) wurde in der 38. Sitzung des Stadtrats von OB Rüdiger Schneidewind als neues CDU-Mitglied verpflichtet.

In der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause gab es für die Fraktionen insgesamt 33 öffentliche Tagesordnungspunkte zu bewältigen. Dabei kam auch die ein oder andere Diskussion auf. Zunächst wurden jedoch personelle Nachbesetzungen geregelt.

Dadurch, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Forster aus dem Rat zurückgetreten ist - er wird ab November Bürgermeister der Stadt Homburg - rückte Peter Kaufmann in die Fraktion nach. In die Ausschüsse und Aufsichtsräte wurden ebenfalls Vertreter für Forster einstimmig beschlossen. Zudem verlängerte der Rat die Amtszeiten der Naturschutzbeauftragten Karlheinz Bernhard und Jürgen Schäfer bis 2023. Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind dankte beiden für ihr Engagement für die Natur.

In einem Antrag der CDU ging es um die Missstände am Erbach, die in den vergangenen Wochen häufig - auch in den Medien - thematisiert wurden. Jürgen Portugall nannte als die zwei größten Probleme die lange Trockenheit und die Verschmutzung. Nach einem Starkregen seien Regenrückhaltebecken übergelaufen und wurde Müll in den Erbach gespült. Bakterien und Fäkalien seien vorhanden und es sei zu überprüfen, inwiefern das Gewässer dadurch belastet sei, so Portugall. Der OB sagte, dass „die Probleme gelöst und beseitigt werden müssen. Wir haben das Thema längst aufgegriffen und stehen mit dem Entsorgungsverband Saar in Kontakt. Im nächsten Bauausschuss wird ein Vertreter da sein, und wir können Details und Maßnahmen festlegen“, machte er das Angebot an den Rat, der einstimmig zustimmte.

Ebenso einstimmig wurde auf Antrag der Grünen-Fraktion beschlossen, dass ein Radschulwegplan für Schulen in Homburg erstellt wird. Dies solle unter Mitwirkung von Schulleitung, Eltern und einem Verkehrsplaner geschehen, so Winfried Anslinger. Sein Vorschlag sei zunächst ein Pilotprojekt mit einer Schule. OB Schneidewind ergänzte, dass der städtische Beauftragte für dieses Thema, Stefan Bentz, bereits dabei sei, ein solches Konzept für die Obere und Untere Allee zu erstellen und in diesem Zusammenhang kein externer Verkehrsplaner hinzugezogen werden müsse. Da das Saarpfalz-Gymnasium dort angesiedelt ist, wurde beschlossen, mit diesem das Pilotprojekt anzugehen.

Ein weiteres Projekt der Stadt Homburg könnte zu einem neuen „touristischen Highlight“ werden, wie Dr. Anselm Römer, im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr unter anderem für den Tourismus im Saarland zuständig, sagte. Er sei beeindruckt von dem Konzept für die Aufwertung des Schlossbergs, der - wie er auch feststellte - derzeit völlig unter Wert verkauft werde. Roland Ecker, Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau, stellte die überarbeiteten Pläne vor, die erstmals im März 2017 vom OB der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Genannt wurde in dem Kontext auch die Sicherheitslage und dass der Bereich am „Großen Bruch“ bereits jetzt stark einsturzgefährdet sei und dass dieses Szenario jederzeit passieren könne. Der Schlossberg soll erlebbar gemacht werden durch ein „durchdachtes Konzept mit Verbindung zu den Schlossberghöhlen, dem Premiumwanderweg und der Hohenburg“, so OB Schneidewind.
Zwei Aufzüge sowie 50 Meter lange Fußstege inklusive Baumwipfelpfad, 360 Grad-Rundumblick und Glasbodenausschnitte für die ganz Mutigen sieht die Planung vor. Auf der ersten Ebene soll ein großer Eingangsbereich für die Höhlen neu entstehen. „Dieses Projekt kann die Innenstadt mit den Geschäften und der Gastronomie beleben und stärken“, glaubt Schneidewind, der auch auf die Machbarkeitsstudie einging, die besage, dass die Folgekosten angesichts der Haushaltslage der Stadt, nachhaltig finanzierbar seien.
Zuschüsse kämen aus einem EU-Fördertopf, sodass sich die Stadt bei geschätzten sieben Millionen Euro mit 2,1 Millionen Euro beteiligen müsste - auf mehrere Jahre verteilt. Das EU-Programm läuft jedoch nur bis 2023, sodass Eile geboten sei, so Dr. Römer.

Der Kulturbeigeordnete Raimund Konrad - auch CDU-Ratsmitglied - meinte, dass dies eine Chance für die gesamte Biosphärenregion sei. Marianne Bullacher von der Allianz der Vernunft ging noch weiter: „Dieses Projekt wird Strahlkraft über das Saarland hinaus bekommen!“ Auch die anderen Parteien waren sich einig, dass die Gelegenheit genutzt werden sollte, auch wenn die Haushaltslage nicht einfach sei. Bei zwei Enthaltungen wurde der Entwurf als Grundlage für einen Fördermittel-Antrag beim Ministerium beschlossen.

Veröffentlicht am: 25.09.2018 | Drucken