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Siebenpfeiffer-Preis an Dündar - Türkischer Schriftsteller und Journalist erhält 14. Preis der Stiftung

DündarDen Siebenpfeiffer-Preis verliehen Landrat Dr. Theophil Gallo (l.), Jean Asselborn (2. v. r.) und der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Prof. Thomas Kleist (r), an Can Dündar.

Der türkische Schrifsteller und Journalist Can Dündar (56) ist am Sonntag im Sitzungssaal der Kreis- und Stadtverwaltung in Homburg mit dem 14. Siebenpfeiffer-Preis ausgezeichnet worden. Dündar wurde damit für seinen Einsatz für Demokratie und Pressefreiheit in der Türkei geehrt. Dieser Einsatz ist für den früheren Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cum Huriyet auch mit persönlichen Folgen verbunden, da er bereits für mehrere Monate im Gefängnis war und nach einer Europareise nicht wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist, da ihm fast sechs Jahre Haft drohen. So hat Dündar seine Frau und seinen Sohn, beiden wird die Ausreise verweigert, lange nicht mehr gesehen. Ursache dafür, dass Can Dündar ins Visier der Regierung geraten ist, war ein Bericht über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes nach Syrien.

Dündar bedankte sich für den mit 10.000 Euro dotierten Preis, nahm ihn auch für seine Freunde und Mitkämpfer entgegen und bezeichnete ihn als eine Warnung an all jene, „die uns als Terroristen bezeichnen“.

Zunächst hatte Dr. Theophil Gallo, Landrat und Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung, die vielen Gästen im Sitzungssaal begrüßt, darunter auch Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind als Chef des Rathauses und stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung. Weiter begrüßte Dr. Gallo viele Vertreter aus der Politik, aus Europa, dem Bund, dem Land sowie dem Kreis. Er grüßte und dankte auch den Mitgliedern der Jury sowie dem Freundeskreis der Stiftung.

Der Landrat erinnerte an den Einsatz von Philipp Jakob Siebenpfeiffer und zog gewisse Parallelen zur Gegenwart. Auch ging er kurz auf die Arbeit der Stiftung ein. Anschließend übergab er das Wort an den Intendanten des Saarländischen Rundfunks, Prof. Thomas Kleist, der als Vertreter der Jury sprach. Kleist ging darauf ein, in welchem Medium Siebenpfeiffer heute tätig wäre und stellte enge Bezüge zur Gegenwart her, in der es in der Auseinandersetzung teilweise nicht um Diskurs gehe, sondern um die Vernichtung der Existenz des Gegenübers. „Can Dündar ist ein solcher Kämpfer wie einst Siebenpfeiffer und er zahlt einen hohen persönlichen Preis dafür“, so Kleist.

Jean Asselborn, der Außenminister von Luxemburg, hatte die Laudatio auf den Preisträger übernommen. Er ging auf die Arbeit Dündars und weiterer Journalisten, von denen viele in Haft sind, ein, und erläuterte, dass dieser in der Türkei zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wurde, ein Mordanschlag auf ihn verübt und über Interpol ein internationaler Haftbefehl gegen diesen beantragt wurde. Asselborn stellte die Entwicklung in der Türkei auch in einen europäischen Kontext und erinnerte an die Menschenrechte der Vereinten Nationen und der EU.
Dündar selbst bedankte sich herzlich für den Preis. Dieser sei eine „helfende Hand an der Schulter“, sagte er. Dündar ging auf die Entwicklung in der Türkei ein, sprach davon, was dieses Land in den vergangenen Jahren alles verloren habe, hob aber auch hervor, dass er bereit sei zu kämpfen und den Mut nicht verlieren werde. Der Preisträger sprach aber auch die Verantwortung Europas an und kritisierte verschiedene Verhandlungen mit der Türkei. Die Freiheit dürfte keine Verhandlungsmasse sein, betonte er.
Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernahmen Héctor Zamora und Liza Montes del Oca.

Dr. Theophil Gallo bedankte sich bei allen, die bei der Organisation der Preisverleihung unter erhöhten Sicherheitsbedingungen geholfen hatten.

GesangZum Ende der Preisverleihung wurde traditionell „Die Gedanken sind frei“ gesungen, in diesem Fall begleitet von Hector Zamora (l.) an der Gitarre.

Veröffentlicht am: 15.11.2017 | Drucken