Auch nach der aktuell bekannt gewordenen Einigung zwischen Konzern- und Werkleitung sowie dem Betriebsrat bei Bosch in Homburg bleibt bei Oberbürgermeister Michael Forster großes Bedauern zurück. „Dass eine solch große Zahl an Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verliert, ist nach wie vor ein harter Schlag. Für jeden Betroffenen, aber auch für unsere Stadt“, sagt Forster mit Blick auf die Vereinbarung, die einen sozialverträglichen Abbau von 1000 Stellen sowie eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2032 vorsieht. Immerhin herrsche nun bei den Beschäftigten Klarheit und auch für den gesamten Wirtschaftsstandort Homburg beinhalte die aktuelle Regelung ein Stück Planungssicherheit, was die Präsenz des Konzerns vor Ort angeht.
„Nach Monaten großer Verunsicherung ist diese Nachricht zumindest ein Signal – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Familien, aber auch für unsere Stadt insgesamt“, erklärt Forster. Eine verbindliche Perspektive bis 2032 schaffe wenigstens für die bei Bosch verbleibenden Mitarbeitenden Verlässlichkeit und sei ein zentraler Faktor für persönliche Lebensplanung, für Kaufkraft, für den lokalen Arbeitsmarkt und letztlich auch für die wirtschaftliche Stabilität Homburgs.
Dabei erwähnt der Verwaltungschef den Umstand, dass neben der Beschäftigungssicherung auch Investitionen in den Standort vorgesehen sind. Die vorgesehene Leitwerk-Funktion für Dieselkomponenten sowie die Fortführung von Aktivitäten im Bereich Wasserstoff zeigten, dass der Standort Homburg weiterhin eine industrielle Bedeutung innerhalb des Konzerns habe. „Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass Homburg auch im Transformationsprozess der Automobilindustrie weiterhin eine Rolle spielt“, so Forster.
Zugleich verschweigt Forster nicht, dass der vereinbarte Stellenabbau schmerzhaft bleibe. Entscheidend sei jedoch, dass dieser sozialverträglich gestaltet werde. „Dass es gelungen ist, hierfür gemeinsam Lösungen zu finden, verdient Anerkennung“, betont er. Sein ausdrücklicher Dank gelte allen Beteiligten, die diesen Kompromiss möglich gemacht haben – der Konzern- und Werkleitung, dem Betriebsrat, der IG Metall sowie allen, die in teils schwierigen Gesprächen Verantwortung übernommen haben.
Forster betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung eines kontinuierlichen und offenen Dialogs in solchen herausfordernden Situationen. „Gerade in Phasen tiefgreifender Umbrüche ist es entscheidend, dass alle miteinander im Gespräch bleiben“, so der Oberbürgermeister.“ Jeder müsse sich in seinem Bereich einbringen, das tun, was auf seiner Ebene darstellbar sei. Mit Blick darauf habe natürlich auch er selbst sich in den vergangenen Monaten entsprechend seiner Möglichkeiten aktiv in diesen Austausch eingebracht – sowohl im Dialog mit der Konzernleitung, unter anderem bei einem Gespräch mit einem Vorstandsmitglied von Bosch in Stuttgart, als auch im engen Kontakt mit der Werkleitung sowie der Mitarbeitervertretung hier in Homburg. „Solche Gespräche ersetzen keine Entscheidungen, sind aber eine wichtige Grundlage dafür, Verständnis für die jeweilige Situation zu schaffen und tragfähige Lösungen zu ermöglichen.“
Die Stadt Homburg werde den weiteren Prozess aufmerksam und konstruktiv begleiten – bereit, zu helfen, wo immer dies notwendig ist. „Unser Ziel bleiben klar: industrielle Arbeitsplätze sichern, die Transformation aktiv gestalten und Perspektiven für die Menschen vor Ort erhalten“, so OB Michael Forster.
