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Bäcker überbringen Neujahrsbrezel an die Verwaltungschefs von Stadt und Kreis - Tradition zum Jahresbeginn besteht seit mehr als 60 Jahren

Vor nunmehr 61 Jahren rief die saarländische Bäckerinnung, damals auf Initiative des Homburger Bäckermeisters Schäfer, die Übergabe von Neujahrsbrezeln an die Verwaltung des Saarpfalz-Kreises und die Stadt Homburg ins Leben. Heute wurde diese im Saarland einmalige Tradition zum 60. Mal in die Tat umgesetzt, als Bäcker der Bäckerinnung Saarland den Verwaltungschefs der Stadt Homburg und des Saarpfalz-Kreises zum Jahresanfang ihre Neujahrsbrezel sowie die besten Wünsche für das neue Jahr überbrachten. Ein Termin musste in der Coronazeit entfallen.

Zunächst war es die Aufgabe des in diesem Jahr gastgebenden Oberbürgermeisters Michael Forster, die Vertreter der Bäckerinnung mit ihrer Geschäftsführerin Sabine Hensler und dem Landesinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauer an der Spitze im großen Sitzungssaal des Rathauses zu begrüßen. Michael Forster tat dies auch im Namen von Bürgermeister Manfred Rippel, dem Beigeordneten Philipp Scheidweiler und Hauptamtsleiterin Kerstin Puchner. Besonders begrüßte er den erstmals an dieser Veranstaltung teilnehmenden Landrat Frank John. Das traditionelle Treffen findet im jährlichen Wechsel im Rathaus und in der Kreisverwaltung statt.

Michael Forster ging zunächst darauf ein, dass die regelmäßige Zusammenkunft etwas ganz Besonderes sei und auch der großen Wertschätzung des Bäckerhandwerks diene. Angesichts der zahlreichen schlechten Nachrichten mit Hinweisen auf einen vielfachen Stellenabbau in der Industrie sei die Wertschätzung für den Mittelstand und das Handwerk als Rückgrat der Wirtschaft und der Gesellschaft wichtiger denn je, betonte der Oberbürgermeister. Er sprach auch einige aktuelle Themen wie das „Sonntagsbackverbot“ für Bäcker sowie die „Bonpflicht“ an und appellierte an die Bevölkerung, die heimischen Bäcker und das Handwerk zu unterstützen.

Landrat Frank John hob hervor, dass ihn jeden Morgen sein erster Gang zum heimischen Bäcker führe und er auch sonst die Bäcker im Kreis gern nutze. Er werbe auch stets dafür, sich für das Handwerk stark zu machen und dieses zu unterstützen, denn oft werde der Wert des Handwerks erst erkannt, wenn es nicht mehr da sei und dies zu weiten Wegen und langen Wartezeiten führe. Als kleines Präsent für die anwesenden Bäcker hatte der Landrat die aktuelle Ausgabe des Saarpfalz-Jahrbuchs mitgebracht.

Landesinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauers bedankte sich für den Empfang und die guten Wünsche, brachte aber auch einige kritische Punkte zur Sprache, wohl wissend, dass sich seine Kritik eher an die Politik auf Bundes- und EU-Ebene richtete und weniger an die lokalen Vertreter. Zwar lobte er die Absenkung der Mehrwertsteuer, doch sprach er „von einem Tropfen auf dem heißen Stein“. Er wies auf die hohen Energie- und Rohstoff-Preise hin, beanstandete den hohen bürokratischen Aufwand durch die Bon- und verschiedene Nachweispflichten und forderte, die Sonntagsöffnung aus der „Illegalität zu holen“. Besonders kritisierte Kleinbauer, dass es für die meisten Betriebe schwierig sei, für Fachkräfte einen angemessenen Abstand zum Mindestlohn zu finanzieren, denn, sobald Bäcker die Preise erhöhten, verlören sie Kunden, sagte er.

Für die Zahlen zum zurückliegenden Jahr war wie immer Sabine Hensler zuständig. Sie wies darauf hin, dass es im Saarland noch 132 Bäckereibetriebe gebe und 2025 insgesamt neue 19 Auszubildende als Verkäuferin/Verkäufer und 24 neue Auszubildende im Bäckerhandwerk dazugekommen seien. Insgesamt gebe es in den Betrieben somit 160 Auszubildende, informierte die Geschäftsführerin.

Den Zahlen, Hinweisen und guten Wünschen für das neue Jahr schloss sich eine intensive Diskussion der Bäckermeister mit dem OB sowie dem Landrat an, bei der die Verwaltungschefs deutlich machten, dass sie das Bäckerhandwerk gern unterstützten. Teilweise seien sie aber auch selbst von den Festlegungen aus Berlin und von der EU betroffen und könnten auf dieser Ebene trotz ihrer Kontakte auf Landes- und Bundesebene nur wenig ausrichten.

Neben der Geschäftsführerin Sabine Hensler und Landesinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauer nahmen in diesem Jahr der stellvertretende Landesinnungsmeister Stefan Lang (Schiffweiler), die Brüder Albrecht und Reinhold Ackermann sowie Steffen Weigel (Bliesmengen-Bolchen), Andreas Lenert (Blieskastel), Gerhard Ecker (Homburg-Erbach), Peter Tinnes (Merzig), Gerd Leibrock (Limbach), Hans- Peter Emser (Einöd) und Johannes Lindemann (Homburg) teil.

 

Rund ein Dutzend Bäcker überbrachten heute zum insgesamt 60. Mal ihre Neujahrsbrezel an die Stadt- und die Kreisverwaltung. Mit dabei waren u. a. die Geschäftsführerin der Bäckerinnung, Sabine Hensler (3. v. r.), Landesinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauer (Mitte), Oberbürgermeister Michael Forster (6. v. l.), Landrat Frank John (6. v. r.), Bürgermeister Manfred Rippel (2. v. l.) sowie der Beigeordnete Philipp Scheidweiler (5. v. l.).

  Veröffentlicht am: 06.01.2026 | Drucken