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Die „Glasarche 3“ macht Station in der Biosphäre Bliesgau - Eröffnung des besonderen Projekts lockte viele Menschen an den Skulpturenweg am Römermuseum

Die „Glasarche 3“ ist ein zerbrechliches Symbol mit einer klaren Botschaft – am Dienstag vergangener Woche wurde sie angeliefert und aufgestellt, am Samstag offiziell eingeweiht. Dabei betonten die Rednerinnen und Redner die Bedeutung von Natur und Umwelt, die Defizite, die es in diesem Bereich im Verhalten der Menschen gibt, und dass die Glasarche, die auf ihrer Fahrt durch ganz Deutschland noch bis zum 2. November in der Biosphäre Bliesgau steht, auf die Zerbrechlichkeit der Natur hinweisen, Menschen miteinander verbinden und zu einem Symbol friedvollen Miteinanders werden soll.

 

Zum Auftakt begrüßte Steffen Glombitza von der AG Biosphäre und Kirche und vom Arbeitskreis „Eine Welt“ der Pfarrei Heilige Familie Blieskastel die zahlreichen Gäste und Rednerinnen und Redner der Eröffnungsveranstaltung sowie das „Collegium Vocale“ aus der Schlosskirche in Blieskastel unter der Leitung von Dekanatskantor Christian von Blon, das zwischen den Ansprachen für die passende musikalische Begleitung sorgte. Steffen Glombitza nannte auch die Kooperationspartnerinnen und -partner dieses Projektes und dankte herzlich für das Zusammenwirken. Er ging auch darauf ein, dass die Glasarche seit 2016 in Deutschland, Polen und Österreich unterwegs sei und der neue Ankerplatz am Skulpturenweg am Pfänderbach direkt hinter dem Römermuseum in Homburg-Schwarzenacker der 56. Standort innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei.

 

Landrat Frank John ging auch auf die Symbolik für die Zerbrechlichkeit der Natur und des Menschen ein und stellte die Frage: „Tun wir alles, um die Schöpfung zu bewahren?“ Dabei hob er hervor, dass die klimabedingten Unglücksfälle immer näher rückten und niemand mehr so tun könnte, als ginge es ihn nichts an. Er sprach aber nicht nur davon, dass „wir alle in einem Boot sitzen“, sondern dass es auch Menschen gäbe, die die Botschaft verbreiten würden, dass Boot sei voll. Landrat John erinnerte auch an die Arche Noah und sagte mit Blick auf die Zukunft, dass er hoffe, dass es keinen neuen Noah brauche.

 

Die Beigeordnete Nathalie Kroj überbrachte auch die Grüße von Oberbürgermeister Michael Forster und des Beigeordneten Philipp Scheidweiler und dankte allen Beteiligten, die im Vorfeld aktiv waren und mit dem Rahmenprogramm dafür sorgten, dass das Verweilen an der Glasarche zu einem nachdrücklichen Erlebnis werde. Sie nutzte das Bild der Arche von der schützenden Zuflucht für eine große, gemeinschaftliche Gruppe und hob auch hervor, dass der Platz am Skulpturenweg in Sicht- und Laufweite zum Römermuseum und zur Klosterruine Wörschweiler ausgezeichnet gewählt sei und den Weg deutlich aufwerte. Mit Blick auf die Wetterereignisse der letzten Wochen sagte Nathalie Kroj: „Noch nie war der Zustand so spürbar, dass wir alle miteinander aufgefordert sind, unsere Natur und Umwelt zu schützen.“ Denn es werde „keine rettende Arche kommen“.

 

Bezugnehmend auf eine wissenschaftliche Arbeit eines Kollegen zur Klimakrise wählte Sibylle Wiesemann, die Umweltbeauftragte der Evangelischen Landeskirche der Pfalz, einen eher ungewöhnlichen Ansatz. Sie sprach neben der physischen Realität der Klimaerhitzung, die politische und praktische Lösungen benötige, von der inneren Dimension, die sie als Krise der Beziehung schilderte: „Zu uns selbst, zu anderen, zur Schöpfung, die sich in einem Mangel an bewusster Verbundenheit zeigt.“ Sie schilderte, wie wir durch eine Haltung des Getrennt-seins, der Betäubung und der Entfremdung, trotz der sichtbaren Auswirkungen der Klimaerhitzung aus Angst vor Verlusten an Gewohnheiten und Verhaltensweisen festhielten, die niemanden guttäten.

 

Doch wie komme man aus dem Krisenmodus, fragte sie. Es brauche Achtsamkeit und eine offene Wahrnehmung, sagte Sibylle Wiesemann und zitierte den Soziologen Hartmut Rosa: „Die Fähigkeit antwortend zu sein, in Resonanz zu gehen – zu-hörend und auf-hörend im doppelten Sinne.“ Optimistisch fügte sie hinzu, dass das wunderbare Veranstaltungsprogramm, das rund um die Glasarche auf die Beine gestellt wurde, eine direkte Antwort darauf gebe, die treffende Analyse Rosas in die Praxis zu bringen.

 

Sibylle Wiesemann brachte ihre Gedanken und die Intention des Projekts Glasarche passend zusammen: „Wir sind hier gemeinsam, es ist ein gemeinsames Erleben, was uns verbindet und stützt. Dadurch können politische Aussagen, die die Glasarche aufwirft, nicht in einem Gegeneinander enden, sondern in einem Miteinander in der Demokratie fruchtbar werden.“ In diesem Sinne wünschte die Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz in den kommenden Wochen Momente der Resonanz, des Atmens mit dem Leben und nicht zuletzt – der lebendigen Demokratie an der Glasarche.

 

Zum Abschluss der feierlichen Eröffnung gab es einen kleinen Umtrunk, der von den Ski- und Wanderfreunden Einöd organisiert wurde.

 

Die Kooperationspartner des Projekts Glasarche sind neben dem Hauptinitiator vom Arbeitskreis „Eine Welt“ der Pfarrei Heilige Familie Blieskastel und dem „Arbeitskreis Biosphäre und Kirche“ des Biosphärenvereins Bliesgau:

 

Die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche),

der Biosphärenzweckverband Bliesgau,

das Bistum Speyer,

das katholischen Dekanat Saarpfalz,

die beiden protestantischen Dekanate Homburg und Zweibrücken,

die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz e.V.,

das Kulturamt der Kreis- und Universitätsstadt Homburg,

der Lions Club Homburg Saar-Pfalz,

der Saarpfalz-Kreis,

die Saarpfalz-Touristik,

die Stiftung Klosterruine Wörschweiler,

die Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz.

 

Noch bis zum 2. November steht die „Glasarche 3“ in der Biosphäre Bliesgau vor Anker. In diesem Zeitraum finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die sich auf kulturelle und spirituelle Art und Weise den Themenfeldern der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit öffnen.

 

Das detaillierte Programm ist zu sehen unter www.pfarrei-blk-heilige-familie.de/glauben-leben/biosphaere-kirche/glasarche-3/

  Veröffentlicht am: 01.09.2026 | Drucken