Mit einer besonderen literarischen Reise ist am vergangenen Dienstagabend die neue Saison der Homburger Lesezeit gestartet. Zum Auftakt der beliebten Veranstaltungsreihe war Dr. Norbert Fritsch zu Gast in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau. Der langjährige Direktor des Neunkircher Zoos stellte sein Lieblingsbuch „Kein Platz für wilde Tiere“ von Bernhard Grzimek vor und gab den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern dabei nicht nur Einblicke in das Werk, sondern auch in seine persönliche Verbindung zum Natur- und Artenschutz.
Beigeordneter Philipp Scheidweiler begrüßte die Gäste zur Eröffnung und unterstrich die Bedeutung der Lesezeit für das kulturelle Leben der Stadt. „Die Lesezeit ist aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Homburg nicht mehr wegzudenken. Sie ist über die Jahre gewachsen – und mit ihr auch das Publikum. Viele Besucherinnen und Besucher sind längst treues Stammpublikum“, sagte Scheidweiler.
Mit insgesamt 16 Veranstaltungen bietet die Homburger Lesezeit bis März kommenden Jahres erneut ein abwechslungsreiches Programm. Für Scheidweiler fügt sich die Reihe dabei besonders gut in den Homburger Veranstaltungskalender ein: Nach dem Musiksommer auf dem Marktplatz richte sich der Blick nun auf den Herbst und damit auf Literatur, Geschichten und Begegnungen. „Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass wir als Stadt Homburg diese Veranstaltung unterstützen dürfen. Wir stellen die Rahmenbedingungen, etwa durch Zuschüsse und Räumlichkeiten. Entscheidend ist aber, dass Menschen mit sehr viel Herzblut und Elan diese Reihe organisieren“, betonte der Beigeordnete.
Sein besonderer Dank galt dem Organisationsteam rund um Jutta Bohn, Ingrid Braun, Ute Müller und Nadja Haas. Die Homburger Lesezeit wird seit vielen Jahren ehrenamtlich organisiert und hat sich zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Stadt entwickelt. „Dass diese Veranstaltungsreihe jedes Jahr aufs Neue auf die Beine gestellt wird, ist alles andere als selbstverständlich. Deshalb gilt dem gesamten Organisationsteam mein herzlicher Dank für dieses großartige ehrenamtliche Engagement“, so Scheidweiler.
Auch Jutta Bohn, die die Homburger Lesezeit seit vielen Jahren organisiert, zeigte sich zur Eröffnung erfreut über das neue Programm. Sie kündigte dabei nicht nur viele bekannte Gesichter, sondern auch neue Gäste und Themen an. Besonders am Herzen liegt dem Organisationsteam die Reihe „VIPs lesen vor“, mit der Persönlichkeiten aus Homburg und der Region ihre persönlichen Lieblingsbücher vorstellen. „Wir haben in dieser Saison wieder ein interessantes Programm zusammengestellt. Über die bekannten Geschichten und die neuen Gäste freuen wir uns gleichermaßen“, sagte Bohn.
Mit Dr. Norbert Fritsch war zum Auftakt ein Gast eingeladen, der nicht nur in der Region bestens bekannt ist, sondern auch eine besondere Verbindung zum gewählten Buch mitbringt. 25 Jahre lang leitete Fritsch den Neunkircher Zoo, bevor er im Frühjahr 2026 in den Ruhestand ging. Sein berufliches Leben war über Jahrzehnte eng mit dem Natur- und Artenschutz verbunden.
Mit „Kein Platz für wilde Tiere“ griff Fritsch ein Werk auf, das ihn bereits in jungen Jahren geprägt hat. Bernhard Grzimek, Zoologe, Tierfilmer und Naturschützer, veröffentlichte das Buch bereits 1954. Für Fritsch hat seine zentrale Botschaft bis heute nichts an Aktualität verloren. Zwar seien bei einigen großen und bekannten Tierarten Erfolge im Artenschutz zu verzeichnen, gleichzeitig verschwänden weltweit zahlreiche andere Arten weitgehend unbemerkt.
„Das Thema ist immer noch aktuell – und es ist nicht besser geworden. Wir können im Naturschutz durchaus Erfolge verzeichnen, aber trotzdem verschwinden viele andere Arten einfach unbemerkt. Das geht nicht nur bei uns in Europa so, sondern auf der ganzen Welt“, erklärte Fritsch.
In seiner Lesung nahm er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise durch Grzimeks Schilderungen Afrikas und verband die Passagen des Buches mit eigenen Erfahrungen und Hintergrundinformationen. Dabei wurde auch deutlich, warum ihn Grzimek und dessen Arbeit nachhaltig beeindruckt haben. Die Fernsehsendungen „Ein Platz für wilde Tiere“ hätten ihn und viele seiner Generation früh mit dem Thema Natur- und Artenschutz in Berührung gebracht.
Der Auftakt der Homburger Lesezeit machte damit zugleich deutlich, was die Veranstaltungsreihe seit Jahren auszeichnet: Literatur wird nicht nur gelesen, sondern zum Ausgangspunkt für persönliche Geschichten, Erinnerungen und Gespräche. Genau diesen besonderen Reiz sieht auch Scheidweiler in der Reihe „VIPs lesen vor“: „Ich finde es besonders interessant, einmal herauszufinden, welche Bücher Menschen aus unserer Stadt und der Region geprägt haben. Das gibt uns einen ganz persönlichen Einblick in die Persönlichkeiten, die wir aus dem gesellschaftlichen Leben kennen.“
Die Homburger Lesezeit wird bis März 2027 fortgesetzt. Auf dem Programm stehen Autorenlesungen, literarische Themenabende und weitere Veranstaltungen der Reihe „VIPs lesen vor“. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Das vollständige Programm mit allen Terminen und Örtlichkeiten liegt in den städtischen Einrichtungen aus und ist zudem unter www.homburg.de abrufbar.
(v. l. n. r.) Ingrid Braun, Beigeordneter Philipp Scheidweiler, Nadja Haas, Dr. Norbert Fritsch und Jutta Bohn bei der Eröffnung der Homburger Lesezeit.
Dr. Norbert Fritsch stellte bei der Auftaktveranstaltung das Buch „Kein Platz für wilde Tiere“ von Bernhard Grzimek vor.
Beigeordneter Philipp Scheidweiler eröffnete die neue Saison der Homburger Lesezeit und dankte dem Organisationsteam für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement.