Topaktuell

Jägerhausstraße und Beeder Straße bis Mitte November gesperrt

Neue Saarperlen-Tour verbindet Skulpturenweg und Weingenuss: Premiere am 27. August

Reparatur-Treff findet am 2. September statt - Ehrenamtliche versuchen, defekte Gegenstände zu reparieren

Kriminalität in Homburg weiter rückläufig - Anstieg bei Wohnungseinbrüchen bereitet Sorge

Die Zahl der Straftaten in Homburg ist im Jahr 2025 erneut zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Kriminalstatistik, die jetzt von der Polizeiinspektion (PI) Homburg gemeinsam mit der Stadtverwaltung im Homburger Rathaus vorgestellt wurde. Gleichzeitig mahnten die Verantwortlichen jedoch zur Aufmerksamkeit: Insbesondere die deutlich gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche bereitet Polizei und Stadt Sorge.

Wie Polizeirat Reiner Hartz, Leiter der PI Homburg, und der stellvertretende Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Christian Karlowatz, erläuterten, entfielen im Jahr 2025 rund vier Prozent der im Saarland registrierten Straftaten auf die Kreis- und Universitätsstadt Homburg – in Zahlen: 2.695 von insgesamt 66.372. Im landesweiten Vergleich der Kommunen verbesserte sich Homburg von Platz acht auf Platz elf und zählt damit weiterhin zu den sichereren Städten vergleichbarer Größe im Saarland. Die unrühmlichen Spitzenplätze belegen Saarbrücken, Lebach, Neunkirchen und Perl.

„Die objektiven Zahlen zeigen, dass Homburg nach wie vor eine sichere Stadt ist. Gleichzeitig ist es für uns wichtig, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit der Polizei die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen“, betonte Oberbürgermeister Michael Forster, der gemeinsam mit der Leiterin der Ortspolizeibehörde, Simone Müller-Orschekowski, gespannt die Statistik verfolgte. Gemeinsam müsse man schauen, „wo wir auch mit unseren Kräften agieren können, um ein Umfeld zu schaffen, in dem die Menschen sich sicher fühlen - sei es durch Infrastruktur wie bessere Beleuchtung, mehr Präsenz oder auch Präventionsmaßnahmen“.

Besonders aufmerksam verfolgen Polizei und Stadt die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen. Nach Jahren rückläufiger Zahlen wurde 2025 ein deutlicher Anstieg registriert. In Homburg wurden insgesamt 75 Einbrüche gemeldet, 2024 waren es noch 45. Auch suchten sich die Täter häufiger keine leerstehenden Gebäude am Stadtrand aus, im Gegenteil: der größte Anstieg der Einbrüche wurde in der Homburger Innenstadt erfasst – 75 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Gründe hierfür lassen sich derzeit nicht abschließend erklären, aber wir beobachten das Phänomen sehr genau und werden unsere Präventionsarbeit weiter intensivieren“, sagte Reiner Hartz.

Die Polizei appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, Häuser und Wohnungen möglichst gut gegen Einbrüche zu sichern. Bereits einfache Maßnahmen wie abschließbare Fenstergriffe, eine gute Außenbeleuchtung oder die Unterstützung durch Nachbarn während Urlaubszeiten könnten das Risiko deutlich senken.

Konstant blieb dagegen die Zahl der Diebstähle. Nach Angaben der Polizei ereignen sich diese Delikte überwiegend in Discountern. Betroffen seien häufig ältere Menschen, die während des Einkaufs ihren Geldbeutel unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegen lassen. Die Polizei rät daher, Wertsachen stets nah am Körper zu tragen und Einkaufstaschen nicht aus den Augen zu lassen.

Rückläufig entwickelte sich die Zahl der Rauschgiftdelikte. Die Polizei führt dies unter anderem auf die veränderte Gesetzeslage infolge der Teillegalisierung von Cannabis zurück. Deutlich an Bedeutung gewonnen habe dagegen die Internetkriminalität. Eine genaue Zuordnung der Taten auf kommunaler Ebene sei jedoch schwierig, erläuterten die Vertreter der PI Homburg. Viele Delikte würden aus dem Ausland heraus begangen und inzwischen zentral bearbeitet.

Ein weiteres Thema der Statistik ist die zunehmende Beteiligung junger Menschen an Straftaten. Bundesweit und auch im Saarland werden Tatverdächtige immer jünger. Die Delikte reichen von Körperverletzungen über Sachbeschädigungen bis hin zu Straftaten im Internet. „Die steigende Zahl junger Tatverdächtiger ist eine Entwicklung, die uns beschäftigen muss. Hier sind nicht nur Polizei und Justiz gefragt, sondern die gesamte Gesellschaft“, erklärte Reiner Hartz. Im Rahmen des Austauschs regte Oberbürgermeister Michael Forster an, die bestehenden Angebote für Kinder und Jugendliche auch seitens der Stadtverwaltung weiter zu stärken und mögliche zusätzliche Maßnahmen der Jugendarbeit zu prüfen. Dazu erklärte Christian Karlowatz: „In die Jugendarbeit zu investieren, kann grundsätzlich nicht verkehrt sein. Prävention, Sozialarbeit und die Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen sind wichtige Bausteine, um problematischen Entwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken.“

Positiv entwickelte sich dagegen die Zahl der Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen. Die Polizei verzeichnete hier einen deutlichen Rückgang im Saarland um 51,1 Prozent – bei immer noch 945 Fällen. Nach Einschätzung der Verantwortlichen zeigen die zahlreichen Präventionskampagnen zunehmend Wirkung. Dennoch warnt die Polizei davor, bei Schockanrufen oder Betrugsmaschen nachlässig zu werden, da in Einzelfällen weiterhin erhebliche Vermögensschäden entstanden seien.

Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden zudem die zunehmende Gewaltbereitschaft, auch gegenüber Einsatzkräften, Beschäftigten im öffentlichen Dienst sowie Mandatsträgern. Nach Einschätzung der Polizei steigt nicht nur die Zahl entsprechender Vorfälle, sondern auch deren Intensität: „Diese Entwicklung beobachten wir mit großer Sorge“, sagte Hartz. Besonders besorgniserregend sei, dass die Hemmschwelle für Gewalt sinke und die Auslöser häufig in keinem Verhältnis mehr zu den Folgen stünden. Auch in der Region habe es in jüngster Vergangenheit mehrere Fälle gegeben, bei denen Menschen im Zusammenhang mit vergleichsweise geringfügigen Anlässen schwer verletzt oder sogar getötet wurden.

Die Vertreter der Polizei machten zudem darauf aufmerksam, dass die Kriminalstatistik nur solche Delikte erfasst, die tatsächlich angezeigt oder bekannt werden. Gerade bei Ladendiebstählen, häuslicher Gewalt, Rauschgiftdelikten oder Betrugsstraftaten sei von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Ähnliches gelte für Sachbeschädigungen durch Graffiti. Nach Einschätzung der Gesprächsteilnehmer dürfte die tatsächliche Zahl entsprechender Vorfälle deutlich höher liegen als die registrierten Fälle vermuten lassen.

Abschließend hoben sowohl Polizei als auch Stadtverwaltung die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor. Gerade der regelmäßige Austausch helfe dabei, die objektive Sicherheitslage mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger abzugleichen und gemeinsam geeignete Maßnahmen zu entwickeln. „Sicherheit entsteht nicht allein durch Statistiken. Entscheidend ist, dass sich die Menschen in ihrer Stadt sicher fühlen. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit für uns von großer Bedeutung“, betonte OB Forster.

Um aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, haben Stadt und Polizei ihre Zusammenarbeit weiter intensiviert. In regelmäßigen Besprechungen tauschen sich die Verantwortlichen über Sicherheitsfragen, besondere Vorkommnisse und mögliche Handlungsfelder aus.
„Für uns ist wichtig, Probleme frühzeitig zu erkennen und unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen. Nicht alles, was subjektiv als Problem wahrgenommen wird, spiegelt sich unmittelbar in den Statistiken wider – und umgekehrt. Genau deshalb ist dieser kontinuierliche Austausch so wertvoll“, so die Leiterin der Ortspolizeibehörde, Simone Müller-Orschekowski. Auch die Polizei bewertet die festen Abstimmungsrunden als wichtigen Baustein der Zusammenarbeit. Durch den engen Kontakt könnten Entwicklungen schneller erkannt, Informationen unmittelbar ausgetauscht und gemeinsame Maßnahmen abgestimmt werden. „Wir verfolgen letztlich dasselbe Ziel: dass die Menschen in Homburg sicher leben und sich auch sicher fühlen können“, so Hartz.

Die Polizeiinspektion Homburg ist für rund 110.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Homburg, Bexbach, Blieskastel, Kirkel, Gersheim und Mandelbachtal zuständig.

Oberbürgermeister Michael Forster (2. v. r.), die Leiterin der Ortspolizeibehörde Simone Müller-Orschekowski (r.) sowie Polizeirat Reiner Hartz (2. v. l.) und Polizeihauptkommissar Christian Karlowatz von der Polizeiinspektion Homburg tauschten sich im Rathaus zur Sicherheitslage in Homburg aus.

  Veröffentlicht am: 26.08.2026 | Drucken